{"id":68,"date":"2016-04-05T17:12:48","date_gmt":"2016-04-05T15:12:48","guid":{"rendered":"http:\/\/192.168.2.231\/wp01\/?page_id=68"},"modified":"2025-04-27T13:42:25","modified_gmt":"2025-04-27T11:42:25","slug":"flachsgruppe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/gruppen\/flachsgruppe\/","title":{"rendered":"Flachsgruppe"},"content":{"rendered":"<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><a href=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/FlachsmarktWulfenerHeimatverein18_09_2016_39-e1482918124990.jpg\" rel=\"lightbox[68]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"465\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/FlachsmarktWulfenerHeimatverein18_09_2016_39-e1482918124990.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2216\"\/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Wir sind die Flachsgruppe:<br>Hans Hermann Damm, Udo Engling, Wilhelm Martmann, Christel Pr\u00f6bsting, Hans R\u00f6pke, Klaus R\u00fctzel, Heinz Sawitzki, Barbara Schlagenwerth, Bernhard Schlagenwerth<\/figcaption><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Treffen: <\/strong>Mittwochs um 15:00 Uhr im Flachsr\u00f6sthaus<br><strong>Gruppensprecher:<\/strong> Hans R\u00f6pke<strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Was wir so machen:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Mitgleider der Flachsgruppe, weibliche und m\u00e4nnliche, treffen sich mittwochs nachmittags im Heimathaus. Hier werden die aus der Flachspflanze gewonnenen Leinenfasern versponnen, zu Garnrollen verarbeitet und es wird ein Leinenstoff gewebt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Au\u00dferhalb des Heimathauses zeigen wir, verst\u00e4rkt im zweiten Halbjahr, an einigen Wochenenden auf Stadt- und Marktfesten, wie etwa im 19. Jahrhundert, mit Ger\u00e4ten aus dieser Zeit, der Brake, der Schwinge und dem Hechelkamm aus der Flachspflanze die Leinenfasern gewonnen und versponnen werden und auf einem Webstuhl zeigen wir, wie ein Leinentuch gewebt wird.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Von Flachs und Leinen in Wulfen<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Flachsmarkt in Wulfen \u2013 eine in unserer heutigen Zeit fest etablierte Veranstaltung des Heimatvereins Wulfen 1922 e.V., die seit 1992 im Zwei-Jahres-Rhythmus stattfindet. Welche Bewandtnis es mit dem Flachs hat und welche Tradition sich damit in Wulfen verbindet, soll nachstehend verdeutlicht werden.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"300\" height=\"203\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_006-300x203.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2511\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_006-300x203.jpg 300w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_006-768x521.jpg 768w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_006-1024x694.jpg 1024w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_006.jpg 1503w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-text-align-left has-medium-font-size\">Herkunft und Verbreitung<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Flachs z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten Kulturpflanzen der Menschheit. Sein lateinischer Name \u201eLinum usitatissimum\u201c bedeutet der \u00e4u\u00dferst n\u00fctzliche Lein. Alle Teile dieser Pflanze k\u00f6nnen verwendet werden. Von den \u00c4gyptern, Babyloniern, Ph\u00f6niziern und vielen anderen Kulturv\u00f6lkern wurde Flachs schon 5000 \u2013 4000 v. Chr. systematisch angebaut. Fr\u00fcheste Funde, Fragmente einer Wildform von Samen und Kapseln, datiert 7500 \u2013 6750 v. Chr., wurden im Iran gemacht. Es wird angenommen, dass die Inkulturnahme des Faserleins schon vor der zweiten H\u00e4lfte des 7. Jahrtausend v. Chr. geschehen sein muss. Im Britischen Museum in London befindet sich Leinengewebe aus \u00c4gypten, das um 5000 v. Chr. angefertigt wurde. Alt\u00e4gyptische Darstellungen aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. zeigen den Werdegang von Saat, Ernte und Verarbeitung. Mumien wurden mit Leinwandbinden umwickelt, nicht mit Baumwollbinden. Die fr\u00fchesten Funde in Europa, datiert 2700 v. Chr., wurden in der Schweiz gemacht. Aus der Bronzezeit (2000 \u2013 500 v. Chr.) stammen Funde aus Spanien, England, Schottland und Irland. Der Flachsanbau verbreitete sich \u00fcber ganz Europa. Kleidungsst\u00fccke aus Leinen wurden ein beliebtes Handelsgut.<\/p>\n\n\n\n<h4 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Vom Leinsamen bis zum Leinenhemd<\/h4>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Es gibt den Flachs als Faserpflanze und als \u00d6lpflanze. Anbau und Ernte: Etwa Mitte April, am 100. Tag, kann die Aussaat erfolgen. Zur Lein\u00f6lgewinnung wird der Flachs breiter ausges\u00e4t, damit sich mehr Bl\u00fcten bilden k\u00f6nnen, d. h. somit mehr Samen gewonnen wird. Der \u00d6lflachs bleibt niedrig, und das Feld sieht zur Bl\u00fctezeit wie ein wogendes blaues Meer aus. Der Faserflachs wird dichter als Getreide und meistens genauso in Reihen ges\u00e4t. Ein Abstand von 7 \u2013 10 cm gilt als optimal. Die Flachsfasern k\u00f6nnen 1,20 m bis 1,40 m lang werden und haben einen Durchmesser von 0,2 mm. Etwa 100 Tage nach der Aussaat ist der Flachs reif und kann gerauft (gezogen) werden. Man unterscheidet Gr\u00fcn-, Gelb-, Voll- und \u00dcberreife. Der Faserertrag ist bei der Gelbreife am h\u00f6chsten. Die Flachspflanze wird mit der Wurzel aus dem Boden gerauft und zu Garben gebunden. Etwa 8 \u2013 10 Garben werden zum Trocknen in Hocken aufgestellt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Arbeitsg\u00e4nge zur Verarbeitung:<\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"475\" class=\"alignleft wp-image-2508\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_002-253x300.jpg\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_002-253x300.jpg 253w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_002.jpg 678w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/>1. Die Riffel:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Mit Hilfe der Riffel werden die Kapseln mit dem Leinsamen von den St\u00e4ngeln getrennt. Die Riffel ist ein Kamm aus Hartholz oder Eisen. Ein Flachsbund wird in den Kamm geschlagen und durchgezogen. Die Kapseln bleiben h\u00e4ngen und fallen zu Boden. Mit der Wannenm\u00fchle werden Leinsamen und Spreu getrennt. Der Leinsamen wird zur Gewinnung von Lein\u00f6l zur \u00d6lm\u00fchle gebracht. Der anfallende \u00d6lkuchen wird an das Vieh verf\u00fcttert.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-left has-medium-font-size\">2. Das R\u00f6sten:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-medium-font-size\">R\u00f6sten ist ein F\u00e4ulnisvorgang durch Bakterien und Pilze. Die Gewinnung der Faser ist ein langwieriger Prozess. Die Faserschicht des Flachsst\u00e4ngels ist mit dem holzigen Kern im Inneren und mit der d\u00fcnnen Rinde durch einen harzartigen Leim fest verklebt. Zwei R\u00f6stverfahren sind m\u00f6glich: Die Wasserr\u00f6ste: Die geb\u00fcndelten St\u00e4ngel werden abgedeckt und beschwert. Sie verbleiben mehrere Tage in stehendem oder flie\u00dfendem Wasser (Bakterien). Flachs mit Kapseln geriffelt gebrochen geschwungen gehechelt Werg Leinsamen Sch\u00e4ben Die Taur\u00f6ste: Hier wird der Flachs auf einer Wiese oder einem Stoppelfeld ausgebreitet und der Witterung ausgesetzt (Pilze). Das Trocknen erfolgt oft im R\u00f6stofen. Der Heimatverein Wulfen hat in seinem Flachsr\u00f6sthaus einen solchen Ofen zu Schauzwecken aufgebaut.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">3. Die Brake:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Je eine handvoll der Flachsb\u00fcndel werden mit der Brake so lange geschlagen, bis der Holzkern des St\u00e4ngels gebrochen ist und herausf\u00e4llt. Zum Brechen mu\u00df der Flachs sehr trocken sein, da sonst die Sch\u00e4ben (Holzteile) nicht abfallen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-text-align-left has-medium-font-size\">4. Die Schwinge:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-medium-font-size\">Auf dem Schwingbock werden mit dem Schwingmesser die groben Sch\u00e4ben herausgeschlagen und so die Fasern geschmeidig gemacht.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"205\" height=\"300\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_003-205x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2509\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_003-205x300.jpg 205w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_003-768x1124.jpg 768w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_003-700x1024.jpg 700w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_003.jpg 1184w\" sizes=\"auto, (max-width: 205px) 100vw, 205px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">5. Die Hechel:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Das Faserb\u00fcndel wird hier gehechelt (gek\u00e4mmt), zun\u00e4chst auf der Grobhechel, dann auf der Feinhechel. Das anfallende Werg der Grobhechel und der Feinhechel wird auf der Reeperbahn (Seilerbahn) zu Seilen verarbeitet. Die auf der Feinhechel gewonnenen Fasern werden auf einer Ledersch\u00fcrze mit dem Ribbeeisen (Kratzmesser) bearbeitet, damit auch die letzten Sch\u00e4ben entfernt werden und so sehr geschmeidige Fasern f\u00fcr feinstes Leinen entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"225\" height=\"300\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_004-225x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2510\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_004-225x300.jpg 225w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_004-768x1024.jpg 768w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_004.jpg 1944w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">6. Das Spinnrad:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Bis Anfang des 16. Jahrhunderts wurde Flachs nur mit der Handspindel gesponnen. Allm\u00e4hlich wurde das Spinnrad entwickelt. Flachs wird heute vom Rocken (auch Wocken genannt=senkrechter Stab, um den das Fasergut herumgeschlungen ist) gesponnen. Das Spinnrad dreht die vom Rocken gezogenen Fasern zu sehr d\u00fcnnen F\u00e4den f\u00fcr besonders feine Tuche zusammen und zieht den so entstandenen Faden automatisch auf die Spule. Es erfordert sehr viel \u00dcbung, einen starken, d\u00fcnnen, gleichm\u00e4\u00dfigen Faden zu spinnen. Pflanzliche Fasern zu spinnen ist entschieden schwieriger als das Verspinnen von tierischer Wolle. Zum Spinnen trafen sich die Frauen abends in einer Bauernstube. Sp\u00e4ter kamen die jungen Burschen dazu, um ihre Liebsten abzuholen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">7. Die Haspel:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Um die notwendige L\u00e4nge des Fadens zu messen, wird der gesponnene Faden von der Spule des Spinnrades auf eine Haspel gewickelt. Bei einem Haspelumfang von ca. 2,50 m und 50 Umdrehungen entsteht ein Faden von etwa 125 m L\u00e4nge. Nach jeweils 50 Umdrehungen knackt die Haspel und das Bind muss an mehreren Stellen abgebunden werden. Mehrere Binde werden zu einem Strang abgebunden. So konnte der versponnene Flachs auch zweckm\u00e4\u00dfig gelagert und l\u00e4ngenm\u00e4\u00dfig geordnet abgegeben werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">8. Der Webstuhl:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Auf dem Webstuhl werden die gesponnenen F\u00e4den durch Verkreuzen zu einer Tuchfl\u00e4che verwebt (Kette und Schuss). Unsere Vorfahren bauten sich sogenannte Gewichtswebst\u00fchle aus Asth\u00f6lzern, St\u00f6cken und Steinen. Der erste Trittwebstuhl wurde um 1250 und ca. 100 Jahre da- nach der Schnellschusswebstuhl erfunden. Jeder Bauernhof hatte wenigstens einen Webstuhl. Dieser wurde meistens vom Bauern oder von einem der Knechte bedient. Das Beschicken des Webstuhles erfordert einigen Zeitaufwand. Zun\u00e4chst muss die gleichm\u00e4\u00dfige L\u00e4nge der Kettf\u00e4den mit Hilfe eines Sch\u00e4rbrettes oder Sch\u00e4rbaumes abgemessen werden. Dann werden alle F\u00e4den mit Hilfe des Reedekammes auf dem Kettbaum aufgeb\u00e4umt. Nun werden die F\u00e4den durch die Litzen der Sch\u00e4fte und durch die Standlade gezogen. Danach werden alle F\u00e4den am Warenbaum befestigt. Mit dem Niedertreten eines Trittes werden die Sch\u00e4fte bewegt: Ein Teil nach oben, ein Teil nach unten. Sie bilden dabei ein Fach. F\u00fcr den Schuss wird jeweils ein Faden auf eine Spule gewickelt, die mit dem Handsch\u00fctzen durch das Fach geschossen wird. Ein zweimaliges Anschlagen mit der Standlade verfestigt den Schuss. Durch die vielfache Wiederholung dieser Vorg\u00e4nge entsteht am Ende das gewebte Tuch.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">9. Das Bleichen:<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Um m\u00f6glichst helle Stoffe zu erzielen, mussten die gewebten Tuche gebleicht werden. Das ist heute noch ein Zeichen f\u00fcr handgesponnenes und handgewebtes echtes, altes Leinen. Die Tuche wurden auf der so genannten Bleiche, einer Wiese in der N\u00e4he von B\u00e4chen, ausgebreitet und angebunden. Die Leinenst\u00fccke mussten immer wieder gew\u00e4ssert und mit Pottasche bestreut werden. Zur Sicherheit wurde Tag und Nacht eine Wache aufgestellt..<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading has-medium-font-size\">Besondere Eigenschaften<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Vorz\u00fcge der Flachsfaser: Hohe Festigkeit, sehr geringe Dehnungsf\u00e4higkeit, besonderer Glanz, rasche Feuchtigkeitsaufnahme, gutes W\u00e4rmer\u00fcckhalteverm\u00f6gen, F\u00e4higkeit dampff\u00f6rmiges Wasser aus der Luft aufzunehmen, gute Quellf\u00e4higkeit, Saugf\u00e4higkeit, gute Hitzebest\u00e4ndigkeit.<br>Nachteile der Flachsfaser: Uneinheitliche Faserl\u00e4nge und Faserfeinheit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Nutzungsm\u00f6glichkeiten:<br>Bei der Flachspflanze ergeben sich f\u00fcr die Flachsfasern M\u00f6glichkeiten bei der textilen Verarbeitung zu Oberbekleidung, Heimtextilien und Accessoires, bei der technischen Anwendung f\u00fcr Vliese, Verbundwerkstoffe, Papier, D\u00e4mmstoffe z. B. f\u00fcr die Innenverkleidung von Fahrzeugen, feuerfeste T\u00fcren und Bedachungsmaterial. Leinsamen findet Verwendung im Lebensmittelsektor und als Chemierohstoff. Lein\u00f6l ist als Grundstoff in der Farben- und Lackindustrie zu gebrauchen. Die Sch\u00e4ben sind nutzbar f\u00fcr Spanplatten und als Brennstoff. 2 kg Sch\u00e4ben haben den Heizwert von 1 Liter Heiz\u00f6l. Flachswachs ist verwertbar als Pharma- und Kosmetikrohstoff.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Wulfen<\/strong> \u2013 das Flachs- und Leinendorf<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Vor mehr als 400 Jahren stand in Wulfen und Umgebung die Schafzucht und der Flachsanbau in hoher Bl\u00fcte. Ebenso wie die Wolle wurde der Flachs von den Bauern und K\u00f6ttern selbst gesponnen und zu Laken gewebt. Als Flachs- und Leinendorf war insbesondere Wulfen wegen der Feinheit und St\u00e4rke der hier gewebten Leinen weithin bekannt. F\u00fcr die Aussteuer der T\u00f6chter wurde \u201ebestes Linnen aus Wulfen\u201c gerne gekauft.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"134\" height=\"300\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_015c-134x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2512\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_015c-134x300.jpg 134w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_015c-768x1715.jpg 768w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_015c-459x1024.jpg 459w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2017\/01\/Flachs_015c.jpg 1080w\" sizes=\"auto, (max-width: 134px) 100vw, 134px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">1 Morgen Flachsanbau ergibt<br>375 Pfund spinnf\u00e4hige Flachsfaser<br>Daraus webt man:<br>380 m feines Leinen, 80 cm breit<br>195 m grobes Leinen, 80 cm breit<br>Hieraus fertigt man die<br>Aussteuer einer Braut:<br>2 Dtz. Bettt\u00fccher<br>5 Dtz. Geschirrt\u00fccher<br>2 Dtz. Bettbez\u00fcge<br>3 Dtz. Werghandt\u00fccher<br>4 Dtz. Kopfkissenbez\u00fcge<br>2 Dtz. Stallhandt\u00fccher<br>3 Dtz. Handt\u00fccher<br>3 Dtz. feine Handt\u00fccher<br>6 Tischt\u00fccher<br>4 Kaffeedecken<br>Vorh\u00e4nge f\u00fcr 6 Fenster<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Allerlei Flachs (Scherz), Gereimtes und Kurioses:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">M\u00e4rchen, Geschichten, Lieder und Reime aus alter Zeit erz\u00e4hlen vom Spinnen und Weben. Ebenso findet man noch heute manche Sprichw\u00f6rter und Redewendungen aus der Flachsverarbeitung im deutschen Sprachgebrauch. Hier nur einige Beispiele:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Hechel (Jemanden durchhecheln)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Alte M\u00e4nner (Du alter Knacker), die nicht mehr gut sehen konnten, mussten die Haspel (Sich verhaspeln) drehen, das Z\u00e4hlwerk knackte<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Sch\u00e4ben, kleine Holzteile im Garn (Das ist aber sch\u00e4big)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Raufen, mit der Wurzel ausziehen (Sich die Haare raufen)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Spinnen am Morgen bringt Kummer und Sorgen (Armut)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Spinnen am Mittag bringt Gl\u00fcck am dritten Tag (Hochzeit)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Spinnen am Abend erquickend und labend (Erholung)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Braut hatte viele Leinenballen in ihrem Aussteuerschrank (Gut betucht)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">\u201eNiemand darf bei Kerzenlicht schwingen, oder brechen, klopfen noch dreschen.\u201c (Brandschutzbestimmung aus den Statuten der Stadt Dorsten vom Jahre 1489)<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">\u201eFrauen und Leinwand kaufe bei Tageslicht.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">\u201eSpinnen und Weben, das war ihr Leben.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">\u201eGott schuf nicht Tuch und Linnen, doch Flachs und Baumwolle gab er uns zum Spinnen. Auf Spinnrad und Webstuhl der menschliche Flei\u00df viel Gutes und Sch\u00f6nes zu schaffen wei\u00df.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Gruppensprecher:\u00a0 Hans R\u00f6pke<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\"><strong>Treffen: <\/strong>mittwochs um 16:00 Uhr am Flachsr\u00f6sthaus<strong><br><\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachruf Hans-Hermann Damm<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><a href=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Nachruf_Damm_Hans_Hermann_001.jpg\" rel=\"lightbox[68]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"631\" height=\"900\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Nachruf_Damm_Hans_Hermann_001.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-9080\" style=\"width:473px;height:675px\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Nachruf_Damm_Hans_Hermann_001.jpg 631w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Nachruf_Damm_Hans_Hermann_001-210x300.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 631px) 100vw, 631px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachruf Manfred Beke\u00dfus<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Nachruf_Bekessus_Manfred.jpg\" rel=\"lightbox[68]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"585\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Nachruf_Bekessus_Manfred.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8354\" style=\"width:525px;height:439px\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Nachruf_Bekessus_Manfred.jpg 700w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2021\/07\/Nachruf_Bekessus_Manfred-300x251.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Nachruf Klaus R\u00fctzel<\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Nachruf_Ruetzel_Klaus.jpg\" rel=\"lightbox[68]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"700\" height=\"582\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Nachruf_Ruetzel_Klaus.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-7988\" style=\"width:525px;height:437px\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Nachruf_Ruetzel_Klaus.jpg 700w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Nachruf_Ruetzel_Klaus-300x249.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Treffen: Mittwochs um 15:00 Uhr im Flachsr\u00f6sthausGruppensprecher: Hans R\u00f6pke Was wir so machen: Mitgleider der Flachsgruppe, weibliche und m\u00e4nnliche, treffen sich mittwochs nachmittags im Heimathaus. Hier werden die aus der<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/gruppen\/flachsgruppe\/\" class=\"more-link themebutton\">Read More<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"parent":60,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_cbd_carousel_blocks":"[]","footnotes":""},"class_list":["post-68","page","type-page","status-publish","hentry"],"publishpress_future_action":{"enabled":false,"date":"2026-05-10 12:55:14","action":"change-status","newStatus":"draft","terms":[],"taxonomy":"","extraData":[]},"publishpress_future_workflow_manual_trigger":{"enabledWorkflows":[]},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/68","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=68"}],"version-history":[{"count":41,"href":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/68\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11110,"href":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/68\/revisions\/11110"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/60"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=68"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}