{"id":6972,"date":"2019-09-16T12:02:17","date_gmt":"2019-09-16T10:02:17","guid":{"rendered":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/?page_id=6972"},"modified":"2021-02-01T22:54:59","modified_gmt":"2021-02-01T21:54:59","slug":"stolpersteine-wulfen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/stolpersteine-wulfen\/","title":{"rendered":"Stolpersteine Wulfen"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Geschichte der Familie Lebenstein in Wulfen<\/h3>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"alignleft is-resized\"><a href=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Stolpersteine_Wulfen_02.jpg\" rel=\"lightbox[6972]\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Stolpersteine_Wulfen_02.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6973\" width=\"274\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Stolpersteine_Wulfen_02.jpg 365w, https:\/\/heimatverein-wulfen.de\/wp01\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/Stolpersteine_Wulfen_02-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 274px) 100vw, 274px\" \/><\/a><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die\n j\u00fcdische Familie Lebenstein war eine angesehene und in das Dorfleben \nfest integrierte Wulfener Familie. Im Jahre 1894 kaufte Alexander \nLebenstein, geb\u00fcrtig aus Lembeck, dieses Haus auf dem Kirchplatz. \nAlexander Lebenstein war verheiratet mit Amalie Lebenstein geb. \nKirschweil. Aus dieser Ehe gingen 4 Kinder hervor: Josef, Hermann, \nJohanna und Marcus.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Der \u00e4lteste Sohn Josef \u00fcbernahm dieses Haus \nund den Beruf des Vaters. Er war Viehh\u00e4ndler, er kaufte und verkaufte \nVieh im ganzen Westm\u00fcnsterland bis hin zur holl\u00e4ndischen Grenze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Josef\n und sein Bruder Hermann waren Soldaten im 1. Weltkrieg. Als j\u00fcdische \nMitb\u00fcrger zogen sie in den Krieg und k\u00e4mpften f\u00fcr Deutschland. Hermann \nist am 25.Sept. 1915 gefallen. Sein Name steht auf der Gedenktafel am \nWulfener Ehrenmal f\u00fcr die gefallenen Soldaten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Josef Lebenstein \nwar verheiratet mit Paula Friedmann. Das Ehepaar bekam 2 Kinder. Im Juli\n 1923 wurde die Tochter Herta geboren, im September 1928 Sohn G\u00fcnter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Josef\n Lebenstein war Mitglied im Allgemeinen B\u00fcrgersch\u00fctzenverein in Wulfen \nund sogar im Vorstand des Vereins. Auch in der Freiwilligen Feuerwehr \nwar Josef Lebenstein aktives Mitglied. \u00dcber 20 Jahre, von 1913 bis 1933,\n war er der Schriftf\u00fchrer der Wulfener Feuerwehr. Nach der \nnationalsozialistischen Machtergreifung musste er sein Amt abgeben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Paula\n Lebenstein versorgte den Haushalt, zu dem neben Ehemann und den Kindern\n auch Josefs Eltern, Alexander und Amalie geh\u00f6rten. Der Gro\u00dfvater starb \nim Jahr 1934, die Gro\u00dfmutter 1936. Beide sind auf dem Wulfener \nJudenfriedhof \u201eAuf der Koppel\u201c beigesetzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Die Kinder Herta und \nG\u00fcnter besuchten die Wulfener St. Matth\u00e4us-Volksschule. Herta ging 1936 \nzum Ursulinen-Gymnasium nach Dorsten. Die heute noch lebenden Mitsch\u00fcler\n und Mitsch\u00fclerinnen berichten, dass G\u00fcnter ein guter und beliebter \nMitsch\u00fcler gewesen ist. In den Ferien musste G\u00fcnter oft seinem Vater \nhelfen. Die Viehtransporte im M\u00fcnsterland wurden zu Fu\u00df erledigt und des\n Nachts wurden die K\u00fche hier im Hinterhof einquartiert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Abends \nsa\u00dfen die Dorfnachbarn oft zusammen und tranken ein Schn\u00e4psken. \nUnmittelbar links und rechts von diesem Haus standen bis zur \nBombardierung im M\u00e4rz 1945 weitere H\u00e4user. Die Kinder spielten des \nAbends zusammen und alle Dorfkinder waren bei den Lebensteins stets \nwillkommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Mit Beginn der NS-Herrschaft ab 1933 lebten die \nLebensteins zur\u00fcckgezogener und \u00e4ngstlicher. Einen radikalen Einschnitt \nin das Familienleben brachte der 9.November 1938. Am 14. November 1938 \nwurde G\u00fcnter der weitere Schulbesuch verboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Einen radikalen \nEinschnitt in das Familienleben brachte der 9.November 1938. Am 14. \nNovember 1938 wurde G\u00fcnter der weitere Schulbesuch verboten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Nach \nder Reichspogromnacht wurden die Lebensteins aufgefordert, Deutschland \nkurzfristig zu verlassen. Das Haus wurde verkauft und am 22. Dezember \n1938 emigrierte die Familie nach Amsterdam. Dorthin war schon 1936 die \nSchwester von Josef, Johanna Lebenstein, emigriert und arbeitete dort \nals Haush\u00e4lterin. Die Familie Lebenstein wohnte am Waterlooplein 21 und \nw\u00e4hnte sich dort in Sicherheit. In Amsterdam heiratete die Tochter Herta\n Werner M\u00fcnzer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Mit dem deutschen \u00dcberfall und die Besetzung der \nNiederlande befand sich die Familie Lebenstein seit Mai 1940 wieder \nunter der deutschen Gewaltherrschaft. Am 9. Juli 1943 wurde die Familie \nLebenstein in das Lager Westerbork in Nordholland gebracht. Westerbork \nwar das zentrale Internierungs- und Sammellager f\u00fcr alle Juden in den \nNiederlanden. Hier wohnte die Familie in der Baracke Nr. 62.&nbsp; Im Lager \ngebar Herta am 3. Dezember 1943 ein Kind, den Sohn Peter M\u00fcnzer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Am\n 14. September 1943 wurde die Familie von Westerbork nach Theresienstadt\n in der besetzten Tschechoslowakei deportiert. 1 Jahr waren die \nLebensteins im KZ Theresienstadt inhaftiert. Herta Lebenstein-M\u00fcnzer, \nihr Mann und das Kind wurden am 8. Oktober 1944 in das Vernichtungslager\n Auschwitz gebracht. Schon bei der Ankunft in Auschwitz wurde Herta \nLebenstein-M\u00fcnzer und ihr erst 10 Monate alter Sohn Peter in die \nGaskammer geschickt. Hertas Mann, Werner M\u00fcnzer, \u00fcberlebte das Lager und\n wanderte 1947 nach S\u00fcdamerika aus. Von seinem weiteren Lebensweg ist \nnichts bekannt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Josef Lebenstein und seine Frau Paula wurden am 28\n Oktober 1944 mit einem Transport von Theresienstadt nach Auschwitz \ndeportiert. Dort wurden beide am Tage der Ankunft, am 30 Oktober 1944, \ndurch Gas ermordet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">G\u00fcnter Lebenstein wurde am 28. September 1944 \nvon Theresienstadt nach Auschwitz deportiert. Sein Schicksal dort ist \nunbekannt. Weil er nicht zur\u00fcckgekommen ist, muss davon ausgegangen \nwerden, dass er zwischen Oktober 1944 und Februar 1945 ums Leben \ngekommen ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-medium-font-size\">Josef Lebenstein wurde 58 Jahre alt. Paula \nLebenstein wurde genau 50 Jahre alt. Herta Lebenstein wurde 21 Jahre \nalt. G\u00fcnter Lebenstein wurde nur 16 Jahre alt. Der Sohn von Herta, der \nkleine Peter M\u00fcnzer, wurde nur 10 Monate alt. <br>Wir wollen Ihrer gedenken !<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der Familie Lebenstein in Wulfen Die j\u00fcdische Familie Lebenstein war eine angesehene und in das Dorfleben fest integrierte Wulfener Familie. 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