Bildstock Poertners Kruez

Bildstock erzählt Geschichte selbst
Neuer Platz für Poertners Kruez

WULFEN. Mal war es von Menschen umringt, dann lag es einsam beim Friedhofsgerümpel und immer wieder geriet es in Vergessenheit, um immer wieder gefunden und aufgestellt zu werden. Poertners Kruez hat nun endlich wieder einen Platz in seiner Gemeinde, denn die Wulfener segneten den Bildstock in der Pfarrkirche St. Matthäus während des Gottesdienstes ein. Seine Geschichte erzählt das Kreuz selbst.

„Ich will keine Predigt halten“, begann Horst Hinzmann in der Kirche, „sondern vorlesen, was Pörtners Kruez in seiner Muttersprache zun vertellen hat“.  Zum ersten Mal wurde es 1830 aufgestellt und knapp hundert Jahre später schrieb Hauptlehrer Bartmann den Werdegang des Bildstocks aus der Sicht des Kreuzes. Im Mai 1993 fanden die Mitglieder des Heimatvereins Wulfen zu ihrer Überraschung eine verschlossene Glasflasche im Sockel des Bildstocks. Darin lagen die Schriften des Hauptlehrers und Geldscheine aus der Inflationszeit 1922/23.
So hörte denn die Gemeinde Wulfen den Wunsch des Kreuzes, nicht wieder in Vergessenheit zu geraten und schon gar nicht im Gerümpel. Dorthin kam es 1907, weil die „Rose“-Brauerei das Kirchengrundstück erwarb, auf dem es stand. Aufgestellt und wieder wegtransportiert, verweilte es die letzten Jahre im Bauhof. Nunn steht es an der Ecke des Pfarrhausgrundstücks Burgring 9, „für immer“, wie Hinzmann hofft.
Alle Helfer und Firmen, die von Mai bis jetzt den Umzug des Kreuzes unterstützten, trafen sich nach dem Gottesdienst zu einem Umtrunk. Derweil stand Poertners Kruez ganz still in seiner Ecke und genoß seinen Ruhe-Stand. niwi

Quelle: WAZ, Lokalteil Dorsten 12. August 1998

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